- Lost places -

Kent School

Verlassen &

Vergessen

Dunkles Kapitel während des nationalsozialismus

1909 begannen die Bauarbeiten der Anlage und der wunderschönen Kirche mit prachtvollen Deckenbemalungen für den Franziskanerorden. Nach Fertigstellung wurden hier bis zur Schließung in den 1930er Jahre bis zu 600 körperlich und geistig Behinderte betreut und gepflegt. Werk- und Arbeitsstätten, Wohnungen, ein Verwaltungstrakt, ein Bauernhof zur Selbstversorgung und natürlich die prächtige Kirche prägten das Bild dieser Anlage.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde das Kloster Waldniel geschlossen und zu einer “Heilanstalt” umfunktioniert. Körperlich und geistig behinderte Kinder wurden hierhin – oftmals ohne Wissen der Eltern – eingewiesen. Insgesamt über 100 Kinder wurden hier während der NS-Zeit gequält und getötet. Die offiziellen Todesursachen wurden mit Lungenentzündungen oder Herz-Kreislauf-Problemen dokumentiert. In Wahrheit sind Kinder hier verhungert oder durch Schlaf- und Betäubungsmittel gezielt getötet worden. Eine Gedenkstätte für die getöteten Kinder wurde neben der Kent School eingerichtet.

Übergangsweise wurde auf dem Gelände zunächst ein Militärkrankenhaus eingerichtet, bevor es ab 1963 unter Britischer Besatzung eine Schule nebst Internat für bis zu 1.400 britische Kinder und Jugendliche wurde. Nach dem Ende der Nutzung ist das Gelände zunehmend verfallen, bevor es 2006 an eine Privatperson verkauft wurde. Für die Zukunft wird hier der Bau eines Wellness- oder Seminarhotels geplant. Hohe Auflagen der Denkmalbehörden haben bislang aber jeder Bauprojekt scheitern lassen.

error: Content is protected !!