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Heilstätte G.

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Tuberkulose & Antibiotika

Die Heilstätte Grabowsee liegt im Landkreis Oberhavel, ca. 30 km von Berlin entfernt, in Brandenburg. Sie war die erste Heilstätte für Tuberkulose in Norddeutschland 1896 gegründet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie von 1945 bis 1995 als sowjetisches Lazarett genutzt. Zunächst war die Heilstätte vom Volksheilstättenverein zum Roten Kreuz zunächst als Versuchseinrichtung geplant. Er sollte untersucht werden ob Lungenkranken auch im norddeutschen Flachland behandelt werden können. Im Jahr 1900 standen bereits 200 Betten für leicht- bis schwerkranke Männer zur Verfügung. Während der vier Jahre des Ersten Weltkriegs wurde Grabowsee als Vereinslazarett vom Roten Kreuz zur Behandlung lungenkranker Soldaten genutzt. Bis 1918 wurden zudem Kriegsgefangene hier untergebracht. Der Krieg und die Inflationszeit brachten jedoch auch die Heilstätte in große wirtschaftliche Not. Der Volksheilstättenverein verkaufte die Anstalt am 1. Juni 1920 an die Landesversicherungsanstalt Brandenburg. Ab 1926 wurden Erweiterungsbauten errichtet, sodass die Zahl der vorhandenen Betten sich bis in die 1930er auf etwa 420 verdoppelte.
Dank der Entdeckung von Antibiotika wurde Tuberkulose schneller heilbar: Lange Klinikaufenthalte waren nicht mehr nötig und die Anlagen wurden nicht mehr medizinisch genutzt. Die Heilstätte wurde zwischen 1945 und 1995 durch die Rote Armee als sowjetisches Militärlazarett genutzt. Manche Anlagen wurden langfristig heruntergewirtschaftet, so dass nach Abzug der Streitkräfte Russlands 1995 eine Neunutzung nicht ohne enormen Kostenaufwand möglich erschien.
 
Quelle: Wikipedia
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