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Die Edelsteinschleiferei

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Wertvolle Steine

Die Edelsteinschleiferei in der Region erstmals 1368 belegt, in dem kleinen Ort ab 1467. In diesem Jahr entstand am Ort eine Bruderschaft und Zunft der „Bohrer und Balierer“. Der Grund für die Ansiedlung des Gewerbes war neben den Stein-Vorkommen, die allerdings relativ bescheiden waren, wohl die zur Verfügung stehende Wasserkraft.

Anfänglich bezogen die Schleifer ihre Rohsteine aus den Silber-, Kupfer- und Bleiminen von aus der Umgebung.  Da im Schwarzwald  keine bedeutenden Fundorte für Edelsteine existieren, kam der Bergbau jedoch bald zum Erliegen. Danach bezogen die Schleifereien ihr Material in der Regel von auswärts verarbeiteten das Material und exportierten die fertigen Erzeugnisse wieder.

Gemäß einem Privileg von dem König durften böhmische Steine über lange Zeit nur in in zwei Orten und  geschliffen werden. Ende des 16. Jahrhunderts erreichte das Handwerk seine erste Hochblüte. Im damals 900 Einwohner zählenden Ort sollen über 40 Schleifermeister ansässig gewesen sein, zeitweise soll praktisch der gesamte Ort im Schleifgewerbe beschäftigt gewesen sein. Dies brachte die Gemeinde zu Wohlstand. In der Zeit der Pest kam es zu einem kurzfristigen wirtschaftlichen Einbruch, der Dreißigjährige Krieg und viele nachfolgende des 17. Jahrhunderts führten jedoch zu einem andauernden Niedergang.

Unterstützt von der habsburgischen Kaiserin Maria Theresia, begann ab Mitte des 18. Jahrhunderts eine erneute, geradezu industriemäßige Blüte der Granatschleiferei, die bis etwa 1770 andauerte. In dieser Zeit gab es 28 Schleifereien mit über 400 Beschäftigten.

Die wachsende überregionale Konkurrenz führte jedoch dazu, dass um 1800 das Schleiferhandwerk in der Region fast ganz ausgestorben war. Allein in dem kleinen Ort überlebten noch wenige Betriebe einige Zeit. 1813 waren auch hier nur noch zwei Betriebe übrig.

Das Schmuckgeschäft  betreibt neben seinen heutigen Räumlichkeiten in den früheren Betriebsgebäuden die heute unter Denkmalschutz stehende Schleiferei, eine der größten und ältesten im Original erhaltenen handwerklichen Edelsteinschleifereien in Deutschland. Sie ist daher nicht ständig zugänglich.

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