Lost Place

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„Ruinen sind keine Schandflecke, sie zeugen von Wohlstand und Erfindergeist, erzählen Geschichten, hören  zu. Behandeln wir sie stets respektvoll“

-Andre Wintermitz-

 

Die  Motivation neben der Entdeckung und Dokumentation der verlassenen Objekte, in der Ästhetik und Romantik, die jene Orte mit sich bringen sowie im Erlebnis einer authentisch-historischen Atmosphäre. Mir ist es wichtig diese Eindrücke auf Fotos fest zu halten, und wenn möglich auch die Geschichte des Objektes zu erfahren und sie mit den Bildern zu verbinden. Zum Urbex allgemein sei gesagt wer dieses Hobby ernsthaft betreibt wird niemals etwas an diesen Orten zerstören oder mitnehmen auch ein gewaltsames Eindringen in Gebäude ist verpönt. Ist ein Objekt versiegelt ist es einfach so. „Nimm nichts mit ausser den Bildern die du machst, und hinterlasse nichts ausser deinen Schuhabdrücken“ so lautet das ungeschriebene Gesetz der Urbexer, auch die Weitergabe der Lost Places findet in der Regel nur untereinander statt. So versucht man die Objekte vor Vandalismus der leider immer mehr überhand nimmt zu schützen.

 

Der Urbexer-Codex

Ich respektiere das Eigentum anderer

Wir alle wissen dass die verlassenen Orte irgendjemanden gehören. Auch wenn man sich nicht mehr drum kümmert, so ist es trotzdem noch Eigentum von jemanden. Und das respektieren wir. Wir Urbexer zerstören nichts und öffnen nichts gewaltsam. Verschlossene Türen bleiben verschlossen, verschlossene Fenster bleiben geschlossen. Wir gehen respektvoll mit allem um, was wir vorfinden.

Wir nehmen nichts von der Location mit und lassen nichts da

Das wäre Diebstahl. Alles bleibt an seinem Platz. Auch ein „kleines Andenken“ ist zu viel. Mitgenommen werden darf überhaupt nichts, ausser Eindrücke und die Bilder die auf der Kamera landen. Das gleiche gilt aber auch in die andere Richtung: Wir hinterlassen nichts. Nichts außer Fußabdrücke. Müll kann ordentlich entsorgt werden, Kippenstummel auch.

Sprayen ist ein No-Go

Wir alle kennen die Graffitis an den Wänden der verlassenen Orte die wir besuchen. Diese Sprayer machen das, was nicht erlaubt ist. Und wir tun es auch nicht. Nicht nur weil es illegal ist, sondern auch weil es gegen den Urbexer-Codex verstößt. Manche können zwar richtig gut Sprayen und hauen eine wahre Kunst an die Wände, dennoch besprüht man fremdes Eigentum – und das ist ziemlich uncool!

Geraucht wird nicht

Ich finde in einer fremden Location sollte nicht geraucht werden – es sei denn du hast einen kleinen Aschenbecher für die Hosentasche dabei. Im Sommer wird übrigens noch mehr aufgepasst, denn runterfallende Glut kann schnell ein Feuer entzünden. Deswegen immer aufpassen, wo man raucht (wenn man einen Aschenbecher dabei hat!).

Ich verhalte mich zu jeder Zeit vorsichtig

Vorsicht ist besser als Nachsicht. In verlassenen Orten kann viel passieren: Marodes Holz, verrostete Metallgeländer, Decken können einstürzen, Böden können nachgeben und so weiter. Genau aus diesem Grund heißt es immer „Augen offenhalten“. Wegen ein paar Bildern ein zu großes Risiko eingehen ist es nicht wert, wir alle haben zwar ein Hobby, aber haben auch ein Leben. Gesundheit ist mehr Wert als schöne Bilder, weshalb man nicht einfach Blind irgendwo raufklettern sollte, sondern sich vorher genau anschaut, wo man hintritt. Auch Treppen können eine Falle sein – deswegen auch hier immer Vorsichtig sein und sich den Zustand der Treppe anschauen. Im Notfall immer einzeln die Treppe besteigen. Elektrische Anlagen bleiben unberührt, Flaschen und Behälter geschlossen. Dunkle Räume ohne Licht zu betreten ist ein absolutes No-Go – deshalb immer eine Taschenlampe dabei haben!

Ich ziehe niemals alleine los

Alleine losziehen ist das dümmste was man machen kann. Man sollte immer mindestens zwei oder noch besser drei Personen sein. Das hat einen Grund: Passiert einer Person etwas, so kann eine andere Person Hilfe holen. Ist man zu dritt, kann während die dritte Person Hilfe holen geht, die zweite Person bei der Person bleiben, die einen Unfall hatte. Doch nicht nur aus diesem Grund ist es wichtig nicht alleine loszuziehen. Man weiß nie auf wen man in den Locations trifft. Kabeldiebe und viele andere Leute sind auch oft in den Lost Places anzutreffen. Dann sollte man doch lieber zu zweit oder zu dritt sein, damit man nicht als „leichte Beute“ angesehen wird.

Ich parke so, dass niemand auf meinen Besuch aufmerksam wird

Ich fahre immer mit dem Auto zu verlassenen Orten – wie die meisten von euch wohl auch. Es ist manchmal nicht clever direkt vor der Tür zu parken, auch wenn man sich einen enormen Weg erspart. Das Problem ist, dass wenn man in einer fremden Stadt ist und vor einem verlassenen Ort parkt, schnell die Aufmerksamkeit auf sich zieht – besonders in Industriegebieten oder abgelegenen Orten. Deswegen versuche ich immer dort zu parken, wo mein Auto nicht groß auffällt und niemand sich denken kann, was ich vorhabe.

Ich mache meine Locations nicht öffentlich zugänglich

Locations zu finden ist teilweise gar nicht mehr so schwer. Aber richtig tolle Locations zu finden, ist umso schwerer. Und genau so soll es auch bleiben. Deswegen sagt der Urbexer-Codex: Behaltet die Locations für euch und macht sie nicht der breiten Masse zugänglich. Zwar lebt die Community vom Austausch und auch andere Urbexer möchten die tollen vergessenen Orte besuchen, doch dass kann man im Einzelgespräch machen. Aber bitte nicht immer direkt an jeden der fragt! Wer Bilder von einer echt schönen Location postet, wird nämlich recht schnell viele neue Freunde haben, die es alle auf die Location abgesehen haben. Und es muss ja nicht sein, dass man Adressen an fremde Personen weitergibt, bei denen man nicht weiß ob sie selber nur fotografieren möchten oder doch Sprayer sind, die sich als erstes verewigen möchten.